Südwestlich der Landeshauptstadt München liegt die Kulturlandschaft Ammersee-West. Die Reize dieser Landschaft mit den am Westufer gelegenen Orten Schondorf, Utting, Holzhausen und Dießen zogen schon Ende des vorigen Jahrhunderts zahlreiche Künstler und Teile des wohlhabenden städtischen Bürgertums an. Es entstanden in dieser Zeit neben Alleen und Promenaden Villen und Landhäuser mit zugehörigen Parkanlagen.
Eine dieser Villen ist die Alte Villa in Utting, die im Jahre 1898 erbaut wurde. Nach mehrfachem Besitzerwechsel ging die Alte Villa 1937 in den Besitz der Familie Rodenhauser über. In den Jahren 1937/38 wurde die Villa durch die Familie Rodenhauser restauriert und erweitert und diente der Familie als Landsitz.
1945 schlugen hier die Franzosen ihr Hauptquartier unter der Leitung des Generals de Gaulle auf, anschließend besetzten die Amerikaner die Alte Villa.
Nach dem Tod von Wilhelm Rodenhauser im Jahre 1953 kaufte Schwiegersohn Dr. Dieter Klein in den darauf folgenden Jahren Grundstücksanteile der übrigen Erben auf und wurde somit Alleinbesitzer.
Nachdem das Anwesen Mitte der 70er Jahre an den Freistaat verkauft worden war, wurden unterschiedlichste Nutzungskonzepte diskutiert. Schließlich entschied man sich für den jetzigen Gastronomiebetrieb und machte den Park für die Öffentlichkeit zugänglich.
Nach Restaurierung und Umbau der Rodenhauser Villa im Jahre 1984 wurde aus dem Gebäude ds Speiselokal "Alte Villa" wie wir es heute kennen.
Der erste Wirt Toni Achtzehner ist Schöpfer des Namens "Alte Villa" und brachte Jugendstilelemente in das Haus. Er baute entsprechende Türstöcke und Wandverkleidungen ein und stattete die Villa mit Jugensstilmöbeln und Accessoires aus.
Gehobene Küche, erlesene Weine, Musik und Kleinkunst geben der Alten Villa ihren Charakter. Im Sommer können die Gäste von der Terrasse aus den Blick in die oberbayerische Landschaft genießen. Ein Biergarten lädt zum Verweilen unter schattigen Bäumen ein. An Sonn- und Feiertagen wird hier ein Jazz-Frühschoppen mit Dixieland-Musik geboten.
Seit 1989 betreibt das Pächterehepaar Pölitz den Gastronomiebetrieb der Alten Villa.
Die Parkanlage enthält noch Einzelbäume aus dem Gehölzbestand des letzten Jahrhunderts, die aufgrund ihrer Größe das Gesamtbild prägen. Hinzu kommen einige Baumanpflanzungen zur Zeit der Jahrhundertwende durch den Kaufmann Hess. Heute besteht ein Großteil des Gehölzbestandes aus Wildwuchs jüngeren und mittleren Alters.
Der Grundriss des von Hess gekauften Hauses umfasste seinerzeit lediglich den heutigen Gastraum mit der sich nach Nordwesten anschließenden Küche, dem Treppenhaus und einem Schlafzimmer. Der heutige Eingang mit Treppenhaus sowie das Zimmer, durch dessen Tür man auf die nach Südosten ausgerichtete Terrasse tritt, wurde 1937/38 durch Dr. Wilhelm Rodenhauser angebaut. Zur selben Zeit wurde auch der Steingarten südwstlich der Terrasse angelegt, von dem heute nur noch Reste erkennbar sind. Das Glastor im Anbau nördlich des Hauses, das ebenfalls in dieser Zeit entstand, ist in neuerer Zeit durch ein Holztor ersetzt worden.
Im früheren Hausmeisterhaus, das heute als Schankhaus dient, wohnte der Hausmeister Sebastian Huber. Dieses Haus wurde bis heute in seinen Grundmauern nicht verändert, sondern lediglich durch Anbauten 1994 erweitert. Die Hausmeisterwohnung befand sich im Obergeschoß, das durch das im Erdgeschoß lagernde Heu von unten isoliert war.
